Spiel des Jahres 1983: Scotland Yard – Vorstellung

Scotland Yard Spiel

Quelle: Ravensburger

Scotland Yard ist ein Brettspiel mit strategischen und kooperativen Elementen, bei welchem Detektive gemeinsam den sogenannten Mister X, einen Verbrecher auf der Flucht, fangen müssen.

Es kann mit drei bis sechs Spielern gespielt werden. Die Spieldauer beträgt circa 45 Minuten. Empfohlenes Alter der Spieler ist ab 10 Jahren.

scotland yard spiel

Scotland Yard 1983, Quelle: http://www.superfred.de

Ursprünglich wurde das Scotland Yard Spiel im Jahr 1983 ohne Nennung der Autoren beim Verlag Ravensburger publiziert; inzwischen wird vom Verlag eine Autorengruppe, bestehend aus Werner Schlegel, Dorothy Garrels, Fritz Ifland, Manfred Burggraf, Werner Scheerer und Wolf Hoermann als Schöpfer angegeben.

Im Veröffentlichungsjahr, 1983, wurde Scotland Yard bereits zum Spiel des Jahres gekührt und erfreute sich seit jeher großer Begeisterung bei Groß und Klein. Bis 1985 wurden eine Million Exemplare verkauft, bis 2003 waren es sogar 4 Millionen.

scotland yard spiel neuauflage

Scotland Yard Neuauflage, Quelle: http://www.spieletest.at

Neuauflagen vom Scotland Yard Spiel von Ravensburger mit neuer Grafik gab es 1996 und 2003. Außerdem fand das Brettspiel auch über die deutschsprachigen Grenzen hinweg Fans, was den Verlag Milton Bradley Company veranlasste, 1985 eine englische Ausgabe herauszugeben.

Spielziel

Ein Spieler spielt den flüchtigen Verbrecher Mister X. Die anderen Spieler nehmen die Rolle von Detektiven ein.

Das Ziel von Mister X ist es, sich so auf dem Spielplan zu bewegen, dass er nicht von den Detektiven gefangen wird.
Ziel der anderen Spieler ist es hingegen, Mister X während der festgesetzten 24 Züge zu fangen, das heißt, eine ihrer Spielfiguren auf das Feld zu setzen, auf dem sich Mister X gerade befindet, oder ihn so zu umzingeln, dass er keinen Zug mehr machen kann.

Spielaufbau vom Scotland Yard Spiel

Der Spielplan

Der Spielplan vom Scotland Yard Spiel zeigt den Stadtplan der Londoner Innenstadt mit Taxi-, Bus-, Untergrundbahn- und Fährverbindungen mit zugehörigen Stationen.

Wenn es auch sehr detailliert aussieht, ganz so realitätgetreu ist das Straßennetz jedoch nicht!
Der Scotland Yard-Stadtplan enthält nämlich einen Fehler: Die Hungerford Bridge am Bahnhof Charing Cross lässt sich im Spiel mit dem Taxi überqueren. Das Original ist aber nur eine Eisenbahn- und Fußgängerbrücke.
Außerdem sind Abstände zwischen einzelnen bekannten und eingezeichneten Gebäuden und Plätzen ebenfalls fehlerhaft, so zum Beispiel der Abstand zwischen Madame Tussauds und dem Bahnhof King’s Cross.

Die Tickets

scotland yard spiel tickets

Quelle: spieleteile.de

Zu Beginn des Spiels erhalten alle Fahrticket für die Verkehrmittel (Taxi-, Bus-, Untergrundbahn). Neben den “normalen” Tickets gibt es noch sogenannte “Black Tickets”. Diese erhält nur Mister X. Mit dem “Black Ticket” kann er mit jedem beliebigen Transportmittel ziehen, ohne es an die Detektive preis zu geben. Außerdem ermöglichen “Black Tickets” eine Überfahrt über die Themse.

Die Bewegung auf dem Spielplan wird dadurch reglementiert, dass jeder Mitspieler nur eine begrenzte Anzahl von Fahrscheinen für jedes Verkehrsmittel besitzt. Mister X besitzt von Beginn an im Gegensatz zu den Detektiven nur eine geringe Anzahl von diesen Tickets, erhält allerdings die benutzten Fahrscheine der Detektive, sodass sein Fahrkartenvorrat in der Praxis meist unlimitiert ist.

Die Spielzüge

Gespielt wird reihum im Uhrzeigersinn. Mister X spielt für sich alleine, während die übrigen Mitspieler als Detektive kooperieren und ihre Strategie miteinander besprechen müssen. Die Detektive bewegen sich, nachdem sie ihr Ticket gelöst haben, mit ihren Spielfiguren sichtbar auf dem Spielplan bis zur nächst erreichbaren Station weiter. Mister X ist die meiste Zeit des Spiels für die anderen nicht sichtbar, sondern er bewegt sich mithilfe der Fahrtentafel, auf welcher er seine Züge lediglich für sich notiert. Mister X gibt den Mitspielern also nicht seinen Standort, sondern nur das benutzte Verkehrsmittel bekannt. Nur in festgesetzten, auf der Fahrtentafle gekennzeichneten Abständen muss sich Mister X den Detektiven zeigen. Die Detektive müssen nun also anhand Spekulationen versuchen, den Standort des Mister X zu konstruieren, um ihn letztendlich zu schnappen.

Scotland Yard Strategie

Um im Scotland Yard Spiel sowohl als Mister X als auch als Detektiv-Truppe erfolgreich zu sein, gibt es einige Strategien, die dabei helfen können.

Für Mister X hat es sich als sinnvoll herausgestellt, sich zum Zeitpunkt seines Auftauchens auf einer U-Bahn-Station zu befinden. Die Untergrundverbindungen überspannen meist sehr lange Strecken bis zur nächsten erreichbaren Station, sodass große Distanzen mit nur einer Fahrt befahren werden können. So kann Mister X bereits im ersten darauf folgenden verdeckten Spielzug eine deutliche Standortveränderung vornehmen. Der Vorteil für ihn ist ganz klar, dass auf diese Art das durch die Detektive abzudeckende Gebiet besonders groß wird.

Eine weitere Taktik besteht darin, genau in dem Spielzug, in dem Mister X nach Wissen der Detektive auf einer U-Bahn-Station sein könnte, das so genannte Black Ticket einzusetzen, welches für jedes Verkehrsmittel eingesetzt werden kann. Die Detektive können dann nämlich nicht wissen, ob Mister X mittels der U-Bahn seinen Standort entscheidend verändert hat oder nicht. Dies gilt analog für die Anlegestellen der Fähre, die nur mit Black Ticket und nur von Mister X benutzt werden können.

Ferner ermöglicht das ausschließliche Fahren mit Taxis Mister X, seine Gegenspieler zu irritieren und sich unbemerkt – wenn auch in kleinen Schritten – im Kreis zu bewegen, da jedes Feld eine Taxi-Anbindung besitzt und sich somit unendlich viele Standortmöglichkeiten ergeben.

Die Dedektive hingegen können versuchen, durch Einsetzen ihrer Tickets Mister X’ Zugmöglichkeiten zu limitieren. Verbrauchen sie zum Beispiel keine U-Bahn-Fahrkarten, erhält auch Mister X keine dieser Art. Wenn er seine U-Bahn-Tickets nämlich schon aufgebraucht hat, kann somit durch die Detektive verhindert werden, dass Mister X große Sprünge macht.

Sonstiges

Scotland Yard Spiel Versionen

Im Jahr 2009 erschien ein Nachfolger des Spiels unter dem Titel Mister X – Flucht durch Europa. Die Jagd wurde hier von London auf ganz Europa ausgedehnt. Außerdem verfügt das Spiel über deutlich mehr taktische Elemente, auf die Mister X und die Agenten zurückgreifen können.

Inzwischen gibt es außerdem die Spielvariante NY Chase, die den Stadtplan von New York benutzt.

Zusätzlich kursieren auch andere, inoffizielle Stadtpläne, zum Beispiel von Bern und Potsdam.

2011 erschien die Schweizer Variante Scotland Yard – Flucht durch die Schweiz. Die Verfolgung findet dabei mit der Bahn, dem Postauto oder dem Flugzeug statt. Zusätzlich kann Mister X Lawinenniedergänge verursachen oder mit Skiern entkommen.

Auch eine Universal App für iPhone, iPod touch und iPad im App Store vom Scotland Yard Spiel wurde 2012 von der Ravensburger Digital GmbH veröffentlicht.

Scotland Yard Hörspiel

Der Ravensburger Verlag brachte zusammen mit Karussell auch eine Hörspielserie mit dem Titel Scotland Yard heraus, die das Brettspiel als Vorlage hat. In dieser Serie gehen die Drillinge Betty, Benny und Buck Buff, ganz ähnlich wie die Detektive im Spiel, in Londons Straßen auf die Jagd nach Verbrechern.

Scotland Yard in echt

Scotland Yard wird seit der Verbreitung von Handys auch in Echtzeit als Geländespiel gespielt. In Frage kommen Städte mit einem ausreichend großen ÖPNV-Netz. Dabei versuchen mehrere Detektive oder Detektivgruppen, einen Mister X (oder eine Mister-X-Gruppe) zu fangen, wobei alle Gruppen per U-Bahn, S-Bahn und Bus unterwegs sind. Mister X gibt nach bestimmten Regeln seinen Standpunkt regelmäßig per Handy oder SMS weiter.

Fazit

Scotland Yard macht durch seinen kooperativen Spielaufbau besonders viel Spaß. Das Spekulieren nach dem Standort des Mister X lebt vom Teamgeist der Detektiv-Gruppe. Mister X hingegen kann mit etwas Geschick und Glück seine Gegenspieler ordentlich austricksen.

Das Spielbrett ist detailliert gestaltet und man fühlt sich sofort, als wäre man selbst auf den Straßen Londons unterwegs, wenn man die bekannten Plätze und Sehenswürdigkeiten passiert.

Wem das Original zu langweilig wird, kann zu den zahlreichen weiteren Versionen des Spiels greifen und dort seine eigene Verbrecherjagd nachspielen, ganz wie in diversen Agentenfilmen.

Scotland Yard ist über die Jahre zu einem richtigen Klassiker geworden und wir können jedem, der das Brettspiel noch nicht kennt, eine Partie nur ans Herz legen!

Scotland Yard könnt ihr auf Amazon kaufen.

Spiel des Jahres 1983: Scotland Yard – Vorstellung 5.00/5 (100.00%) 1 vote

FacebookTwitterGoogle+Email

Autor: Katharina

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>